Inferno Triathlon 20.08.2011

Wie geplant waren Pirmin Christen und ich am Inferno Tri als Couple Team dabei. Geplant war für mich das Schwimmen und der Berglauf, Pirmin hat den Rennvelo- und Mountainbiketeil übernommen.

Als wir jedoch am Morgen guten Mutes in Thun beim Strandbad eintrafen, blies trotz gutem Wetter ein überaus starker Wind, und ich begann mich schon auf ein anspruchsvolles Schwimmen mit vielen Wellen einzustellen. Die Rennleitung entschied jedoch kurz darauf, das Schwimmen ganz zu annullieren, da die Situation im Thunersee zu gefährlich war. Die Wellen waren für einen See ziemlich hoch und der Wind hätte die ohnehin vorhandene Strömung wohl noch ziemlich verstärkt. Das Risiko wurde als zu hoch eingestuft, und es wurde deshalb entschieden, das Rennen direkt mit dem Rennveloteil zu starten.

Mit einem Massenstart wurden somit alle Einzel- und Teamfahrer kurz vor acht Uhr Richtung Grosse Scheidegg losgeschickt. Es galt innert 97 km 2145 Höhenmeter zu erklimmen – eine happige Angelegenheit! Pirmin meisterte diese Aufgabe jedoch problemlos und kam fast punktgenau zur vorausgesagten Zeit in die Wechselzone in Grindelwald. Dort jedoch war für ihn der Arbeitstag noch nicht zu Ende: Er nahm sein Mountainbike in Empfang und verabschiedete sich sogleich wieder: Diesmal führte ihn die Strecke via Kleine Scheidegg nach Stechelberg, also nochmals 30 km und 1180 Höhenmeter.

Für mich war es nun wichtig, möglichst schnell nach Stechelberg zu gelangen, damit ich mich für den Berglaufteil bereit machen konnte. Da ich ja aufgrund des abgesagten Schwimmens bisher zumindest sportlich gesehen „untätig“ war, freute ich mich auf die Aufgabe. Es galt also möglichst gut einzulaufen und dann rechtzeitig in der Wechselzone bereit zu stehen. Pirmin meisterte sämtliche Herausforderungen wie die vielen Höhenmeter, das Umfahren von staunenden Wanderern mitten auf der Wettkampfstrecke und knifflige Abfahrten gekonnt und traf bald darauf in Stechelberg ein. Ab ging’s also für mich auf die abschliessenden 17 km bis nach Mürren – nun sollte sich zeigen, ob meine Vorbereitungsläufe in die Höhe etwas gebracht haben.

Die ersten 5 km bis Lauterbrunnen waren flach abfallend, sodass ein zügiges Tempo möglich war. Ab Lauterbrunnen allerdings war dann fertig mit flach und ich war schon bald sehr froh, das Bergauflaufen in den letzten Wochen noch etwas trainiert zu haben. Technisch gesehen gab es mit einer Ausnahme keine Schwierigkeiten, nur auf einem Abschnitt zwischen Kilometer 10 und 11 war eine ziemlich steile Passage auf schmalem Weg zu bewältigen, wo es aufgrund der Steine und Wurzeln vermutlich wenig Unterschied machte, ob man nun noch joggend oder eher gehend unterwegs war. Ansonsten jedoch war die Herausforderung für die Waden-, Oberschenkel- und Rumpfmuskulatur hauptsächlich durch die Höhendifferenz gegeben, die mit insgesamt 850 Höhenmetern zwar noch moderat, aber doch auch schon relativ anspruchsvoll war. Die beiden letzten Kilometer vor Mürren verliefen dann wieder flach, und ich war froh, noch etwas Reserve zu haben, um das Tempo nochmals erhöhen zu können.

Nach Zieleinlauf in Mürren waren Pirmin und ich glücklich und zufrieden mit unseren Leistungen an diesem Tag. Für mich war es die erste Erfahrung mit einem Berglauf, verliefen doch die Laufstrecken an meinen bisherigen Wettkämpfen meistens auf relativ flachem Terrain. Die Vorbereitung auf diese Aufgabe am Inferno Triathlon musste also zwangsläufig etwas anders aussehen, und ich denke, sie ist mir gut gelungen. Die Laufzeit war verglichen mit den anderen gelaufenen Zeiten für mich ein Erfolg und – was vorallem für mich auch eine schöne Überraschung war – ich musste viel weniger leiden, als ich im Vorfeld erwartet hatte ;-).

Der Tag war aber nicht nur aus sportlicher Sicht ein Highlight, sondern mit so viel Sonne, strahlend blauem Himmel und der sensationellen Kulisse im Berner Oberland auch sonst ein tolles Erlebnis! Ob ich weiterhin die Berge „raufkraxle“ ist noch nicht entschieden, aber das Panorama bei den Trainings und vorallem am Samstag am Wettkampf hat jedenfalls für viele Schweissperlen entschädigt! Ausserdem hatten Pirmin und ich zwei super Supporter dabei - herzlichen Dank also an Gabi und Karen. Es hat Spass gemacht!

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