Triathlete goes Nordic.... 06.03.2011

Nachdem meine Pläne bekanntlich in diesem Jahr etwas anders aussehen als in den vergangenen Jahren, bin ich in diesem Winter auch nicht wie gewohnt nach Gran Canaria ins Trainingslager gereist. Stattdessen habe ich zwei tolle Wochen im Engadin verbracht. Obwohl ich zur Abwechslung auch wieder mal etwas Alpinski gefahren bin, habe ich die Zeit hauptsächlich auf den Langlaufskis verbracht. Die Oberengadiner Loipen sind ja bekanntlich so vielseitig, dass es jeden Tag neue Strecken zum Erkunden gab.

Da es mir im Engadin wie immer super gefallen hatte, habe ich an diesem Wochenende den Weg nach St. Moritz nochmals unter die Räder genommen und bin zum ersten Mal in meinem Leben an einem Langlaufrennen gestartet. Der 12. Engadiner Frauenlauf stand am Sonntag auf dem Programm, 17km von Samedan nach S-chanf. Und obwohl diese Strecke nur ein Teilabschnitt des "grossen Bruders", des Engadiner Skimarathons, ausmacht, ist sie nicht zu unterschätzen, wenn man sie im Wettkampftempo absolvieren sollte.

Für mich als "Rookie" an einem Langlaufwettkampf gab es da doch so einige Hindernisse zu überwinden: Warum um Himmels Willen liegen 2 Stunden vor dem Start schon die ersten Skis an der Startlinie bereit, ohne dass weit und breit eine Athletin zu sehen wäre? Wie zieht man sich am Morgen vor dem Rennen am besten an, um bei -13 Grad beim Warten im Startblock nicht schon vor dem Rennen zu erfrieren (dicke Jacken waren keine Option, da sie dann während des Rennens eher hinderlich gewesen wären...)? Und mit welcher Intensität geht man eine solche Strecke am besten an, wenn die erwartete Renndauer unter einer Stunde liegt (für mich als Langdistanzathletin wahrlich keine einfache Aufgabe....)?

Nachdem ich auf all diese Fragen eine vermeintliche Antwort gefunden hatte, ging's dann für mich um 10.05h auf die Strecke. Das Startfeld wurde in drei Startblöcke eingeteilt: Die Elite startete zuerst um 10.00h, die Hauptklasse um 10.05h und die Volksläuferinnen nochmals fünf Minuten später. Was die Frage der Intensität angeht, bekam ich die Antwort umgehend nach dem Start: Obwohl ich wie gesagt nicht mit den allerschnellsten Läuferinnen im Startblock war, wurde das Rennen - wie im Triathlon ja auch - sofort mit einem Sprint eröffnet. Dies ist auf den Skatingskis allerdings nochmals etwas schwieriger als beim Schwimmen, da man ziemlich nahe zusammen startet und somit also nicht jede(r) sofort losskaten kann. Nach einigen hundert Metern allerdings war das Feld einigermassen in die Länge gezogen und die ersten richtigen Skatingschritte waren möglich. Wie gesagt war die Intensität von Anfang an sehr hoch und ich musste ziemlich Gas geben, um an den vorderen Athletinnen meines Startblocks dranzubleiben. Zwei waren sogar schon vorne weg gelaufen, und ich benötigte fast die Hälfte der Distanz, um diese beiden wieder einzuholen. Die Strecke ist vorallem im letzten Drittel nach Zuoz coupiert, was das Rennen zwar interessant, aber von der Einteilung her auch nicht ganz einfach machte. Schliesslich erreichte ich als Dritte meines Startblocks das Ziel, was in meiner Kategorie schlussendlich den 25. Rang bedeutete, denn die meisten der vorne klassierten Athletinnen kamen natürlich aus dem ersten Startblock.

Das Rennen war eine komplett neue Erfahrung für mich, und wie erwähnt für meine Verhältnisse eher kurz. Allerdings war dies für meinen heutigen Trainingsstand wohl eher ein Vorteil, da mir momentan natürlich die langen Ausdauereinheiten komplett fehlen. Aber es hat total Spass gemacht, einmal eine "fremde" Sportart auszuprobieren, und dies erst noch bei perfekten Wetter- und Schneebedingungen. Auch wenn ich wohl keine Toplangläuferin mehr werde, war es wahrscheinlich nicht das letzte Mal, dass ich an einem solchen Anlass gestartet bin. Es war ein tolles Wochenende - wie immer im Engadin!

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