Time for a change... 27.10.2010

Auch wenn mir dieser Schritt schwer fällt, habe ich mich dazu entschieden, per Ende der Saison 2010 aus der Nationalmannschaft auszutreten und es fortan aus sportlicher Sicht etwas ruhiger angehen zu lassen.

Ich schätze mich ausserordentlich glücklich, auf eine mehr als zehnjährige Zeitspanne im Triathlongeschehen zurückblicken zu können. Was 1999 im ganz Kleinen begonnen hat, ist im Laufe der Jahre immer mehr ins Zentrum meines Lebens gerückt:

Im Februar 2002 ging's für 4 Monate zum Training nach Australien, und es war bald klar, dass mich die Faszination Triathlon fest im Griff hatte und mich nicht so schnell wieder loslassen würde.

2005 wechselte ich in die Pro Kategorie auf der olympischen Distanz, wo die Konkurrenz natürlich viel stärker war als bisher und ich mich auch an neue Wettkampfformate wie den Doppelsprint gewöhnen musste. Auch Rennen über die olympische Distanz mit Windschattenfahren galt es zu bestreiten, was für mich als weniger starke Schwimmerin nicht immer eine einfache Aufgabe war.

Eigentlich eher als Versuch startete ich im Sommer 2006 das erste Mal an einem Rennen der Ironman 70.3 Serie in England, wo ich mich als Zweitklassierte bei den Profis auf Anhieb für die WM in Clearwater / Florida qualifizieren konnte. Der 7. Schlussrang an dieser WM in Florida im November 2006 stellt sicherlich eines der Highlights meiner Triathlonlaufbahn dar. Es folgte ein weiteres Jahr auf der Halbironman Distanz, das wiederum mit der WM in Florida endete, wo ich nochmals einen Top-Ten Rang erreichte.

Im Sommer 2008 wechselte ich zum ersten Mal auf die Langdistanz und belegte am Ironman Zürich den fünften Rang. Doch auch in diesem Jahr war als Saisonhöhepunkt die 70.3 - WM in Clearwater geplant. Leider erlitt ich an diesem Rennen einen schweren Unfall, der die Weiterführung meiner Triathlonkarriere zumindest in der ersten Zeit in Frage stellte. Glücklicherweise verlief die Heilung jedoch besser als erwartet und ich kämpfte mich in den Trainingsalltag zurück. So konnte ich auch im Sommer 2009 am Ironman Zürich teilnehmen und erreichte den 2. Rang. Dies brachte mir die Quali für die WM in Hawaii ein, wo ich im Oktober letzten Jahres als beste Schweizerin ins Ziel kam.

Die Resultate der Saison 2009 wurden von Swisstriathlon so hoch einge- schätzt, dass ich in die Langdistanznationalmannschaft aufgenommen wurde. So durfte ich von einem noch professionelleren Umfeld profitieren und erreichte im 2010 an zwei Halbdistanzrennen in Barcelona und Kraichgau sowie auch am Ironman Switzerland in Zürich je den 3. Schlussrang.

Die Zeit, in der ich den Sport nun leistungsmässig betrieben habe und parallel dazu einem interessanten und anspruchsvollen Job in der Privatwirtschaft nachgegangen bin, war sehr herausfordernd, lehrreich und manchmal auch ganz schön anstrengend. Allerdings möchte ich kein einziges dieser Jahre missen, hat mir der Sport mit seinen vielen Facetten doch unzählige unvergessliche Momente beschert. Ein Zieleinlauf nach einem erfolgreichen Ironman kann wohl nicht von vielem getoppt werden, und ich vermisse diese Emotionen und Augenblicke jetzt schon. Trotzdem ist es für mich Zeit, meine Prioritäten neu zu ordnen und mich auch anderen Dingen zuzuwenden. Natürlich werde ich dem Sport treu bleiben und auch weiterhin dabei sein, einfach in einem etwas kleineren Rahmen als in den letzten paar Jahren.

Ich bin sehr dankbar für all die Erfahrungen, die ich seit meinen Triathlon- anfängen sammeln durfte. Disziplin, Leistungsbereitschaft und Durchhalte- vermögen sind alles Eigenschaften, die es braucht, um im Sport Erfolg zu haben. In Erinnerung bleiben werden mir aber vorallem auch all die Emotionen, die Freude und der Spass, der ich während all dieser Jahre gehabt habe. Ganz wichtig dabei waren all die Menschen, die mich auf diesem Weg in irgendeiner Weise begleitet haben. Ohne sie wäre das alles nicht dasselbe gewesen!

"The path is the goal" heisst es auf meiner Homepage. Am Ziel angelangt bin ich noch lange nicht. Aber all die Erfahrungen, Erlebnisse und auch Lehrstücke aus dem Sport werde ich auf meinen weiteren Weg mitnehmen. Und ich hoffe, dass mich viele von Euch weiterhin auf diesem Weg begleiten, auch wenn ich nicht mehr als Leistungssportlerin unterwegs sein werde.

Time for a change...

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