Bronzerang am Ironman Switzerland! 25.07.2010

Zum dritten Mal in Folge stand ich am Sonntag an der Startlinie des stark besetzten Ironman-Rennens in Zürich. Die Seetemparatur war nach einigen kühleren Tagen wieder unter die Limite von 24.5 Grad Celsius gesunken, sodass wir alle mit Neoprenanzug schwimmen durften.

Wie üblich fiel der Startschuss für die Profis um 6.55h, also fünf Minuten vor dem Hauptfeld. Dies hat einerseits den Vorteil, dass wir meistens etwas weniger Schläge abkriegen, andererseits den Nachteil, dass das Feld sehr klein ist und man sehr oft keine Gruppe findet, der man sich anschliessen könnte. So schwamm ich nach den ersten paar hundert Metern ziemlich alleine in Richtung der ersten Boje. Ich fand recht schnell einen guten Rhythmus und fühlte mich während der ganzen Schwimmstrecke gut. Zwar kostete es mich ziemlich Kraft, dass ich nie von Wasserschatten profitieren konnte, aber die Schwimmzeit war für mich trotzdem gut und mein Rückstand auf die Spitze hielt sich in Grenzen.

Als vierte Frau wechselte ich auf die zweite Disziplin. Die 180km Radfahren teilen sich in Zürich auf zwei Runden à 90km auf, die über einen teils flachen, teils coupierten Rundkurs führen. Mein Ziel war es, zwei möglichst gleichmässige Velorunden zu absolvieren, sodass ich nicht zuviel Kraft verbrauchte. Das bedeutet, nicht zu schnell anzugehen und sich in Geduld zu üben. Nach ca. 30 Kilometer konnte ich trotzdem zwei Plätze gutmachen, sodass zu diesem Zeitpunkt nur noch Simone Benz vor mir war. Noch vor Ende der ersten Radrunde überholte mich jedoch die überaus starke Radfahrerin und spätere Siegerin Karin Thürig, deren Tempo ich natürlich nicht mitgehen konnte. Auch eine Altersklassenathletin konnte sich zwischenzeitlich mit einem sehr schnellen Radsplit nach vorne schieben, aber ich liess mich nicht von meinem Plan abbringen und erreichte die Wechselzone als dritte Frau der Profikategorie, als vierte Frau overall. Anders als bei meinem letzten Rennen vor fünf Wochen in Kraichgau fühlte ich mich auf dem Velo an diesem Tag nie 100% wohl, aber es war alles in allem trotzdem ein solider Radabschnitt und die Plätze Zwei und Drei lagen zu diesem Zeitpunkt noch gut in Reichweite.

Der Start in den Marathon verlief für mich problemlos und ich war froh, dass nun eine andere Bewegung angesagt war. Ausserdem verbinde ich in Zürich die abschliessenden 42.2km durchaus mit guten Erinnerungen, da ich in den letzten beiden Jahren jeweils relativ problemlos durch die Laufstrecke gekommen bin. Nach der ersten von vier Runden jedoch bekam ich etwas Probleme mit der Energiezufuhr, da mein Magen anscheinend meinen zugegebenermassen etwas eintönigen Menuplan nicht mehr so mochte. Jedenfalls wurde es schwieriger und schwieriger, Powergels zu mir zu nehmen. Aber die Rechnung war einfach und ich wusste, dass ich die Kohlenhydrate brauchen würde, wenn ich denn mein geplantes Tempo durchziehen wollte. Ohne Input kein Output - so einfach ist das mit der Leistung. Und so zwang ich mich halt trotzdem, weiterhin brav die klebrigen Dinger zu konsumieren. Unterdessen konnte ich die Altersklassenathletin, die zuvor auf dem Rad nach vorne gefahren war, wieder überholen und lag somit wieder an dritter Stelle overall. Allerdings hatte diese Rangfolge nicht lange Bestand, da Heleen Bij de Vaate ein sehr schnelles Lauftempo angeschlagen hatte und mir diesen Platz nur eine halbe Runde später wieder abnahm.

Es folgten einige Kilometer, auf denen ich mich nicht gut fühlte und während denen ich nicht so sicher war, ob der Plan einer schnellen Laufzeit aufgehen würde. Glücklicherweise konnte ich da auf die Erfahrung von anderen Rennen zurückgreifen und die Energieaufnahme noch etwas anpassen, sodass ich mich in der vierten und letzten Runde wieder wesentlich besser fühlte. So gelang es mir auch, von Kilometer zu Kilometer Zeit auf Simone Benz gut zu machen und sie letztendlich bei Kilometer 39 zu überholen. Glücklich und sehr zufrieden mit meiner Gesamtleistung an diesem Tag überquerte ich als Dritte die Ziellinie an der Landiwiese. Gewonnen hat das Rennen Karin Thürig, die nach einer überaus schnellen Velozeit auch noch einen ganz starken Marathon zeigte. Zweite wurde die Holländerin Heleen Bij de Vaate.

Einmal mehr war der Anlass in Zürich ein Supererlebnis! Die Stimmung am Morgen beim Schwimmen, an der Velostrecke und dann natürlich vorallem auf der Laufstrecke war wieder einmal sensationell! Die Begeisterung und Freude der Zuschauer und all die motivierenden Zurufe machen es um einiges einfacher, die Aufgabe zu meistern. Einen besonderen Dank geht natürlich an meine persönlichen Betreuer Karen, Claudia und Miguel sowie an meine Eltern und Freunde, die wie jedes Jahr an der Strecke mitfieberten, Fotos geschossen und mich lautstark unterstützt haben! Vielen herzlichen Dank dafür!!

Bilder zum Rennen findet Ihr hier >>

Bronzerang am Ironman Switzerland!

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