25. Rang und beste Schweizerin in Hawaii 11.10.2009

Nach fast 10 Tagen Vorbereitungs- und Akklimatisationszeit in Hawaii war er endlich da: Der grosse Tag des Ironman. Die Stimmung in Kona am Morgen war beeindruckend!

Beim Schwimmstart kam ich verhaeltnismaessig gut weg und konnte mich gleich in einer grossen Gruppe einreihen. Das Tempo war nicht allzu schnell, und ich konnte die ersten paar hundert Meter gut mitschwimmen. Leider erwischte ich jedoch die falschen Fuesse und mein Vordermann liess sich etwas zurueckfallen. Als ich dies bemerkt hatte, betrug der Rueckstand auf die Gruppe allerdings schon bereits zehn, zwanzig Meter. Da ich nicht die beste Sprinterin bin, wagte ich den Versuch nicht, an die Gruppe heranzuschwimmen, und ich blieb den "Fuessen" treu, die ich mir ausgesucht hatte. Auf der zweiten Haelfte der Schwimmstrecke entschied sich jedoch dieser besagte Athlet aus unerfindlichen Gruenden, eine Boye anzuschwimmen, die eigentlich den Hinweg markiert hatte. Zum Glueck bemerkte ich dies rechtzeitig, sodass ich fortan ohne ihn weiterschwamm und mir den Weg alleine suchen musste. Beim Ausstieg sah ich dann, dass ich dafuer hinter mir eine ganze Reihe weiterer Athleten/-innen hatte, denen ich jetzt wohl den Weg gewiesen hatte. Wie auch immer, die Schwimmzeit war fuer mich ganz ok fuer ein Schwimmen ohne Neopren, auch wenn mit etwas Glueck und besserer Taktik noch zwei, drei Minuten dringelegen haetten.

Die Radstrecke - bekanntermassen recht huegelig und vorallem windig - ist schnell zusammengefasst: Es lief mir passabel, aber sicher nicht optimal. Im ersten Teil konnte ich einige Plaetze gutmachen, kaempfte dann aber etwas mit Muskelbeschwerden, die sich schon vor dem Wettkampf bemerkbar gemacht hatten. Die groesste Herausforderung war es, sich genuegend zu verpflegen und vorallem zu trinken, um die Hitze besser wegstecken zu koennen. Trotzdem fehlte mir an diesem Tag der noetige "Pfupf", um eine wirklich gute Radleistung abzuliefern. So kam ich etwa auf Rang 30 liegend in die Wechselzone zurueck.

Nun gings auf die Marathonstrecke, und die Amerikaner wuerden sagen: "This is where the fun really starts...!" Ich versuchte zu Beginn nicht allzu schnell anzulaufen, um der Hitze und auch dem Streckenprofil Rechnung zu tragen. Dies gelang anfaenglich recht gut und ich konnte auch ein paar Plaetze gutmachen. Auch meine Vorsaetze bezueglich Ernaehrung und Kuehlung des Koerpers konnte ich recht gut umsetzen, und so war das Laufen zwar fuer mich von Beginn weg haerter als gewohnt, aber es lief waehrend der ersten Haelfte recht gut. Ab ca. KM20 fuehrt die Strecke ueber den "Queen K"- Highway, wo zuvor schon das Radfahren stattgefunden hatte. Und spaetestens ab da beginnt die mentale Arbeit: Es geht kilometerlang geradeaus, ohne dass man sieht, bis wo man zu laufen hat und es ist unerbittlich heiss. Und obwohl ich mich mental gut auf diesen Abschnitt vorbereitet hatte und es mir auch gelang, positiv zu bleiben, liess die Kraft ab hier etwas nach und ich verlor auch an Tempo. Definitiv die Luft draussen war dann aber im Abschnitt um den Wendepunkt - dem beruehmtberuechtigten "Energy Lab". Hier steht die Luft still, und es ist dementsprechend heiss. Nach diesem ca. 7 Kilometer langen Abschnitt gehts zurueck auf den Queen-K Highway und die gleiche Strecke nach Kona zurueck. Und obwohl ich mich genuegend verpflegt und auch gekuehlt hatte, konnte ich mich nicht mehr auffangen und ich verlor sehr viel Zeit (und leider auch noch ein paar Plaetze) auf den letzten 12 Kilometern. Alles in allem daher ein fuer mich durchzogener Marathon, mit dem ich zeitmaessig sicher nicht zufrieden bin. Dass es mir jedoch gelungen ist, trotzdem stets positiv zu bleiben, freut mich dafuer umso mehr.

Im Ziel angelangt, war ich in erster Linie einfach mal froh, angekommen zu sein und meine Beine nicht mehr weiter "quaelen" zu muessen. Auch wenn der 25. Rang bei den Professionals nicht herausragend ist, bin ich mit meinem Hawaii-Debut trotzdem zufrieden. Die Bedingungen kamen mir wie erwartet nicht entgegen, da ich mit Kaelte definitiv besser umgehen kann als mit Hitze. Aber es war trotzdem ein tolles Erlebnis, hier einmal dabeizusein und mich wirklich mit der gesamten Weltelite zu messen. Es gab kaum einen grossen Namen, der auf der Startliste gefehlt haette, und die Rangliste zeigt auch, dass das Rennen unberechenbar und schwierig ist. So gab es einige prominente Ausfaelle und verschiedene Klassierungen, die so nicht unbedingt zu erwarten gewesen sind.

Zum Schluss moechte ich mich vorallem auch noch bei meinen beiden Betreuern Karen und Dani bedanken, ohne die das Rennen noch viel haerter gewesen waere! MAHALO - das habt Ihr toll gemacht!

Definitive Rangliste Ironman Hawaii 2009>>

Bilder zum Rennen findet Ihr hier >>

25. Rang und beste Schweizerin in Hawaii

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