7. Rang an den Ironman 70.3 Weltmeisterschaften! 19.11.2006

Wie der Name bereits sagt, führt das Rennen insgesamt über 70.3 Meilen, also genau über die Hälfte der ursprünglichen Ironman Distanz.

Die 70.3 Meilen (113 km) teilten sich wie folgt auf: 1,9km Schwimmen, die im 21°C warmen Golf von Mexico zurückgelegt wurden, 90km Radfahren durch Clearwater und St. Petersburg und ein abschliessender Lauf von 21.2km auf flachen, von zwei steilen Brücken durchsetzten Strassen und Wegen.

Das Rennen der Frauen wurde 5 Minuten nach den Männern um 7:05 Uhr gestartet. Im zum Glück ruhigen Wasser fand ich schnell einen guten Rhythmus und ich konnte recht lange mit einer grösseren Gruppe mitschwimmen, in der sich auch die späteren drei Erstplatzierten befanden. Bei der zweiten Wende verlor ich zwar den Anschluss etwas, konnte jedoch den Abstand klein halten und wechselte somit mit einem "vertretbaren" Rückstand aufs Rad.

Da ich wusste, dass ich nach dem Schwimmen meistens Zeit gutzumachen habe, mir aber auch meiner Stärke auf dem Rad bewusst war, versuchte ich von Anfang an, die vor mir liegenden Athletinnen so schnell wie möglich einzuholen und wenn möglich gleich vorbeizufahren. Dies gelang recht gut und beim ersten Wendepunkt sah ich bereits, dass ich auf die Spitze nur noch ca. 45 Sekunden Rückstand hatte. Der Mindestabstand, der zwischen den einzelnen Athletinnen einzuhalten war, betrug 7 Meter, sodass es trotz Windschattenverbot noch von Vorteil war, wenn man nicht allein unterwegs war. Dies konnte ich mir zunutze machen und konnte zusammen mit der Holländerin Yvonne Van Velrken bis zur Spitze aufschliessen. Ungefähr nach 55 Kilometer war ich Teil einer achtköpfigen Spitzengruppe, in der bekannte Namen wie die spätere Siegerin Samantha McGlone, Lisa Bentley, Leanda Cave, Katja Schumacher und Mirinda Carfrae vertreten waren. Da ich nicht einschätzen konnte, wie schnell die anderen laufen werden, und ich auch nicht wusste, wer allenfalls ein erhöhtes Tempo auf dem Rad mitgehen würde, entschied ich mich fortan für eine eher defensive Strategie auf dem Velo und konzentrierte mich darauf, meine Position in den Top Eight zu halten. Zwar durfte natürlich auch weiterhin nicht im Windschatten der vorderen Athletin gefahren werden (die Schiedsrichter hatten Argusaugen...), aber die Gruppe blieb zusammen und kam auch mehr oder weniger gemeinsam in der Wechselzone an.

Der abschliessende Halbmarathon startete ich an sechster Position. Das Anfangstempo der vor mir laufenden Mitbewerberinnen war enorm hoch, sodass ich mich auf mein Tempo zu konzentrieren versuchte, um nicht gleich zu Beginn der Laufstrecke "saure" Beine zu erhalten. Zwar wurde ich von der dicht hinter mir laufenden Nina Eggert (D) überholt, aber ich konnte danach ein relativ regelmässiges Tempo laufen und fühlte mich gut. Mittlerweile hatte ich natürlich auch realisiert, dass ich gute Aussichten auf ein Top Ten Resultat hatte, was mich zusätzlich motivierte, die steilen Anstiege der Memorial Bridge zu "erklimmen". Da das Wetter relativ warm und vorallem die Luftfeuchtigkeit sehr hoch war, galt es, auf genügend Flüssigkeitszufuhr und Verpflegung zu achten.

Nach ca. 19 Kilometer ging es zum letzten Mal über die Memorial Bridge zurück nach Clearwater Beach und ich war froh, nun der "Finish Line" entgegen zu laufen. Es war ein tolles Gefühl, zu wissen, dass ich inmitten so vieler Top-Athletinnen Siebte werden würde, und ich freute mich bereits beim Zieleinlauf riesig über ein wirklich geglücktes Rennen!!!

Wie immer bei solchen Erfolgen braucht es jedoch nicht nur konsequentes Training, sondern es gehören auch ganz viele andere Mosaiksteinchen dazu. Deshalb möchte ich mich hiermit bei all jenen bedanken, die mich über die ganze Saison tatkräftig unterstützt haben, sei dies mit Sponsoring, Material, Trainingsplänen, Physiotherapie, Trainingspartnerschaften und vorallem auch mit ganz kräftigem Daumendrücken und/oder persönlicher Unterstützung an den Rennen! VIELEN HERZLICHEN DANK!

Mittlerweile ist bereits eine Woche vergangen, in der ich noch etwas Ferien in Florida genossen und die Zeit mit Sightseeing und "süssem Nichtstun" verbracht habe. Auch die nächsten beiden Wochen werde ich mich noch hauptsächlich erholen, bevor ich dann die Planung und auch das Training für die Saison 2007 in Angriff nehme.

(Einige Bilder zum Wettkampf sind in der Galerie zu finden, weitere folgen)

Top Ten Men & Women Ironman 70.3 World Championships

7. Rang an den Ironman 70.3 Weltmeisterschaften!

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