2. Rang am UK Ironman 70.3 - WM-Quali geschafft! 18.06.2006

In wunderschöner Umgebung im Südwesten von England nahm ich am vergangenen Wochenende am Ironman UK 70.3 teil (das "70.3" steht übrigens für die Anzahl der Meilen, die im Total zurückzulegen sind). Das Rennen galt als Qualifikationsrennen für die Weltmeisterschaften über dieselbe Distanz, welche am 11. November 2006 in Clearwater Beach in Florida/USA ausgetragen werden.

Obwohl ich das Profil der Radstrecke während meiner Vorbereitungen studiert hatte, war ich am letzten Freitag einigermassen überrascht, als ich die Radstrecke besichtigt habe: Die Landschaft rund um den Wimbleball Lake ist überaus hügelig, sodass insgesamt 52 Anstiege zu bewältigen waren. Zwar waren sie grösstenteils eher kurz, aber einige wiesen dafür eine Steigung von bis zu 17% auf. Und als ob das nicht schon genug gewesen wäre, war auch die Laufstrecke mit vielen Anstiegen und Höhenmeter gespickt, sodass ich mich auf ein hartes Rennen einstellen konnte.

Als das Rennen am Sonntagmorgen um 6.00 Uhr gestartet wurde, war der See mit ca. 17 Grad geradezu warm, wenn man mit der Lufttemperatur verglich. Die meisten Athleten kamen ziemlich gut eingepackt an den Start, wo sie alle die wärmenden Kleider gegen den Neopren eintauschten. Die Temperaturen von den Tagen zuvor sowie das Profil der Rad- und Laufstrecke liessen uns jedoch erahnen, dass wir in Kürze mehr als genug warm haben würden...

Da wir Pro-Athleten/-innen in den Genuss eines fünfminütigen Startvorsprungs kamen, war das Feld relativ übersichtlich, und es gab am Start keine grösseren Rempeleien. Wie üblich wurden die ersten hundert Meter sehr schnell geschwommen und ich verpasste es etwas, mich rechtzeitig an schnelle Füsse zu hängen. Stattdessen war ich selber die vorderste Schwimmerin einer kleineren Verfolgergruppe und versuchte demnach, einen für mich passenden Rhythmus zu finden. Schlussendlich war meine Schwimmleistung zwar keine Glanzleistung, aber ich konnte den Rückstand auf die vordersten Frauen in Grenzen halten.

Nach dem Wechsel aufs Rad konnte ich relativ schnell zwei meiner Mitbewerberinnen wieder einholen. Da ich jedoch nicht wusste, wer alles vor mir auf's Rad gestiegen war, wusste ich während des ganzen Radfahrens nicht, an welcher Position ich mich befand. Einzig die Anwesenheit von Fernsehkameras liessen mich erahnen, dass ich recht gut unterwegs sein musste. Und obwohl die Radstrecke überaus anspruchsvoll war und wirklich alles von den Athleten/-innen abverlangte, fühlte ich mich ziemlich wohl und konnte mein Tempo die 90 Kilometer durchziehen.

Während des zweiten Wechsels habe ich die Information erhalten, dass ich momentan auf Position 2 lag. Motiviert nahm ich also den abschliessenden Halbmarathon in Angriff und nahm mir fest vor, die Strecke gemässigt anzulaufen und mich gut zu verpflegen, um die 21 Kilometer möglichst gut und schnell durchzustehen. Die spätere Siegerin Catriona Morrison hatte unterdessen ein horrendes Lauftempo angeschlagen und es mir verunmöglicht, ihr auch nur in die Nähe zu kommen. Dafür konnte ich zufrieden feststellen, dass ich meinerseits auf die an dritter Stelle liegende Athletin einen grossen Vorsprung aufwies, was den zweiten Teil der Laufstrecke zumindest mental etwas einfacher machte.

Nach 5 Stunden und 7 Minuten lief ich sehr zufrieden im Ziel dieses Ironman 70.3 ein. Der zweite Platz bedeutete für mich nicht nur das wichtigste Resultat meiner bisherigen Triathlon Laufbahn, sondern auch einen Qualifikationsplatz für die Weltmeisterschaften in Florida! Die Freude war demnach riesig und ich bin gespannt auf alles Weitere, was nun diese Saison noch auf mich zukommen wird.

Der nächste Wettkampf wird für mich das Pro-Rennen über die Olympische Distanz in Zürich sein, das am 1. Juli ausgetragen wird. Bis dahin versuche ich, mich optimal zu erholen, sodass ich dann rechtzeitig wieder fit bin!

Event Webseite Ironman 70.3 UK

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